Die Suzuki-Methode

Vor die Aufgabe gestellt, einen Vierjährigen im Fach Violine zu unterrichten, entwickelte der Japaner Dr. Shinichi Suzuki eine Methode, die er schließlich „Talenterziehung“ nannte.

Suzuki ging davon aus, daß Kinder mit der gleichen Leichtigkeit, mit der sie ihre Muttersprache lernen, auch die „Sprache“ der Musik und damit das musikalische Instrumentalspiel lernen können müßten.

Er ging also davon aus, daß man nur die bei Kindern besonders ausgeprägte assoziativ-imitative Lernfähigkeit („Hören-Nachahmen“) gezielt nutzen und gleichzeitig nicht-kindgerechte Anforderungen (z.B. Notenlesen) vermeiden müßte.

Suzuki fordert Eltern und Lehrer dazu auf, für eine günstige Umgebung zum Erlernen der Musik zu sorgen. Dazu gehören das Vorspielen/Abspielen „guter Musik“ genauso wie viel Geduld, Lob und Ermutigung für das Kind.

Das Erlernen der Noten erfolgt zwar auch von Anfang an, aber spielerisch und gleichsam nebenbei und ohne das erheblich schnellere Lernen der Stücke „nach Gehör“ zu bremsen.

Wenn schließlich die „intellektuellen“ Fähigkeiten des Kindes im Laufe des Schulalters seiner frühkindlichen assoziativ-imitativen Begabung ebenbürtig geworden sind, stellt sich das „Spiel nach Noten“ fast von selbst ein.

So ähnlich, wie das Kind bereits im frühen Schulalter zum selbstbewußten Sprechpartner in seiner Muttersprache geworden ist, so hat es dank der Suzuki-Methode die Möglichkeit bekommen, sich früh und fast mühelos zu einer kleinen, reifen Musikerpersönlichkeit zu entwickeln.

Die Suzuki-Methode eignet sich grundsätzlich für jedes beliebige Instrument und wird außer für Geige inzwischen noch für Klavier und eine Reihe anderer Musikinstrumente angewandt.